Die Nominierten 2009


 

Die zehn nominierten Sportlerinnen

Desiree Christiansen (Karate)
Desiree Christiansen von der TSG Bergedorf ist mehrfache deutsche Meisterin im Kumite, dem Karate-Zweikampf. 2009 startete die 19-Jährige erstmals bei einer Europameisterschaft der Erwachsenen - Gewichtsklasse bis 50 kg - und holte gleich den Vize-Titel.
Natalia Cukseeva (Volleyball)
Trotz Schweinegrippegefahr wagte die 19 Jahre alte Volleyballerin im vergangenen Sommer den Flug nach Mexiko und wurde belohnt: Mit der deutschen Nationalmannschaft sorgte sie für den bislang größten deutschen Erfolg im Nachwuchsbereich und holte Gold bei der U-20-WM. Die Angreiferin, die im vergangenen Jahr noch für den Fischbeker Bundesligisten VT Aurubis schmetterte, wechselte zur laufenden Spielzeit zu Aufsteiger SV Lohhof.
Susi Kentikian (Boxen)
Das Jahr 2009 war für Boxweltmeisterin Susi Kentikian (22) aus dem Spotlight-Team ein ganz besonderes. Drei Kämpfe bestritt die Fliegengewichtlerin, alle drei gewann sie klar. In Erinnerung bleiben wird besonders das Duell mit ihrer ehemaligen Stallkollegin Julia Sahin (Köln) am 10. Oktober. Der Sieg in Rostock brachte Kentikian neben der erfolgreichen Verteidigung ihrer Weltmeistertitel von WIBF und WBA noch den erstmals vergebenen Gürtel der WBO ein.
Isabell Klein (Handball)
Isabell Klein (25) ist aus dem Buxtehuder Bundesligateam nicht wegzudenken. Sie kam aus der Zweiten Liga und hat sich auf Anhieb zu einer Führungsspielerin entwickelt, "Isi" ist Mannschaftskapitän. Die ehrgeizige Linkshänderin hat sich auch im Nationalteam etabliert (15. Länderspiele/16 Tore), erreichte auf ungewohnter Außenposition bei der WM 2009 in China Platz sieben. Verheiratet ist sie mit Handball-Weltmeister Dominik Klein vom THW Kiel.
Julia Kröger (Rudern)
"Wir wussten alle, dass wir es können", jubelte Julia Kröger. Gemeinsam mit Helke Nieschlag (RG Hansa) hatte die 21-Jährige vom RC Bergedorf bei der WM in Polen im leichten Doppelvierer die Goldmedaille gewonnen. Im Leichtgewichts-Doppelzweier holte sie noch eine Silbermedaille bei den Junioren. Ihren Geburtsort gibt die Ruderin, die gerne isst, kocht und tanzt, übrigens mit "der schönsten Stadt der Welt" an - Hamburg.
Simone Kues (Rollibasketball)
Die seit einem Reitunfall von der Hüfte abwärts gelähmte 33-Jährige gewann mit den deutschen Rollstuhlbasketballerinnen durch ein 82:45 im Finale gegen die Niederlande die Europameisterschaft im englischen Stoke. In der Bundesliga versucht die HSV-Spielerin, die am Boberger Unfallkrankenhaus als Psychologin arbeitet, den Abstieg zu verhindern. Kues war 2009 im Rahmen einer Kampagne für den Behindertensport in Hamburg auf vielen Plakaten zu sehen.
Kim Kulig (Fußball)
Keine Frage: 2009 war ihr Jahr. Kim Kulig (19), die im Sommer 2008 vom VfL Sindelfingen zu den Fußball-Frauen des HSV gewechselt war, wurde Nationalspielerin - und Europameisterin. Am 25. Februar bestritt sie ihr erstes Länderspiel, acht Monate später schoss sie ein Tor beim 6:2-Sieg des deutschen Teams im EM-Finale gegen England. Der Erfolg hat die Schülerin des Gymnasiums Heidberg allerdings kaum verändert: "Ich bin schüchtern und zurückhaltend."
Silja Lorenzen (Hockey)
32 Länderspiele mit den deutschen Damen hat Silja Lorenzen (25) bereits auf dem Konto, doch im vergangenen Jahr feierte die Hockeyspielerin ihren bislang größten Triumph mit der Nationalmannschaft. Im niederländischen Amstelveen wurde das Team Vize-Europameister und schaffte die Qualifikation für die WM 2010. Mit dem Club an der Alster wurde Lorenzen zudem deutsche Meisterin und Europapokalsiegerin in der Halle.
Janne Müller-Wieland (Hockey)
Mit dem Gewinn der deutschen Feldhockey-Meisterschaft überraschten die Damen des Uhlenhorster HC im Sommer die Fachwelt. Spielführerin Janne Müller-Wieland (23) hatte als ordnende Hand in der Defensive an diesem Triumph einen großen Anteil. In der laufenden Hallensaison führte die Vize-Europameisterin ihr Team ins Viertelfinale. Erneut ist Müller-Wieland auch für die Wahl zur "Hockeyspielerin des Jahres" nominiert, die sie 2008 gewinnen konnte.
Helke Nieschlag (Rudern)
Das nennt man wohl einen kometenhaften Aufstieg: Vor drei Jahren stieg Helke Nieschlag ernsthaft in den Rudersport ein. Nun, mit 21, ist das Leichtgewicht von der RG Hansa bereits Weltmeisterin im Doppelvierer und U-23-Weltmeisterin im Einer. Wo soll das noch hinführen? Am liebsten zu den Olympischen Spielen 2012 in London. Dort will die aus Preetz stammende Lehramtsstudentin einen Startplatz im Doppelzweier erkämpfen.
 

Die zehn nominierten Sportler

Alexander Barta (Eishockey)
Im März 2008 brach sich der Freezers-Kapitän beim Spiel gegen die Eisbären Berlin den Oberschenkel. Erst Anfang 2009 und nach zwischenzeitlichem Bangen um die Fortsetzung seiner Karriere kehrte der 26 Jahre alte Eishockeyprofi in den Ligaalltag zurück und lieferte in einer schwachen Mannschaft ein starkes Comeback ab. Im April war der gebürtige Berliner dann der einzige Hamburger im deutschen Aufgebot bei der WM in der Schweiz
Jerome Boateng (Fußball)
Jerome Boateng hat das bislang erfolgreichste Jahr seiner Karriere hinter sich. Beim HSV zu Jahresbeginn nur Ersatz, avancierte der 21-Jährige beim EM-Titelgewinn der U-21 in Schweden zum Star und erspielte sich so auch seinen Stammplatz beim HSV. Der verdiente Lohn: die Berufung in die A-Nationalmannschaft auf der rechten Außenbahn. Boateng hat damit sehr gute Aussichten auf einen Platz im Kader der WM 2010 in Südafrika.
Steffen Deibler (Schwimmen)
Sein Lebensmotto lautet: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren." Seine Kampfqualitäten hat Steffen Deibler (22) auch 2009 bewiesen. Der Star des Hamburger Schwimm-Clubs holte nach einer enttäuschenden WM gleich fünf Titel bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften, verbesserte dort seinen eigenen Weltrekord über 50 Meter Schmetterling auf 21,80 Sekunden. Resultat seines Trainingsfleißes: "Disziplin ist meine größte Stärke."
Moritz Fürste (Hockey)
Der Kapitän des Uhlenhorster HC ist ein Dauerbrenner bei der Wahl von Hamburgs Sportlern des Jahres. Einmal hatte der Hockeyspieler nach dem Gewinn der WM 2006 im eigenen Land schon die Nase vorn. Auch im vergangenen Jahr lieferte der Olympiasieger wieder Top-Leistungen ab, auch wenn es nur zu drei Vizetiteln reichte: Mit der Nationalmannschaft bei der EM in Amstelveen sowie mit dem UHC in Meisterschaft und Euro Hockey League.
Guillaume Gille (Handball)
Er zählt wie sein Bruder Bertrand zu den Gründungsmitgliedern des HSV Handball. Seit 2002 wirft Guillaume Gille (33) seine Tore für die Hamburger. Der Rückraumspieler zählt seit Jahren zu den besten Handballspielern der Welt. Nur fünf Monate nach olympischem Gold in Peking wurde der HSV-Kapitän 2009 in Kroatien mit der französischen Equipe Weltmeister. Dass der HSV exzellente Chancen auf die deutsche Meisterschaft hat, ist auch sein Verdienst.
Matthias Lehmann (Fußball)
Trainer Holger Stanislawski bezeichnet ihn als Denker und Lenker seiner Mannschaft: Matthias Lehmann (26), der zur aktuellen Saison von Alemannia Aachen zum FC St. Pauli wechselte und sich Riesenverstärkung erwies. Fünf Treffer hat der lauf- und schussstarke Mittelfeldspieler, der alle Junioren-Nationalmannschaften durchlief, in der Zweiten Liga bereits für den Kiezklub erzielt und sich längst in die Herzen der Fans gespielt.
Markus Münch (Leichtathletik)
Mit einem Wurf auf 64,90 Meter katapultierte sich Markus Münch 2009 in die Diskus-Weltelite - und in die Teilnehmerliste der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin. Dabei sind die Trainingsbedingungen in Hamburg für den 23-Jährigen von der LG Wedel-Pinneberg nicht optimal. Den Standortnachteil macht der 2,07-Meter-Mann durch Talent wett. Sein ganzes Potenzial, glaubt Trainer Rolf Danneberg, wird Münch erst in zwei bis drei Jahren ausgeschöpft haben.
Johannes Polgar (Segeln)
Nachdem die Katamaranklasse Tornado aus dem olympischen Programm flog, wechselte Steuermann Johannes Polgar vom Norddeutschen Regatta Verein in die älteste olympische Bootsklasse Star. Mit Tim Kröger erkämpfte sich der 32-Jährige in seiner ersten Star-Saison den 10. Platz bei der WM in Schweden und die Qualifikation für den A-Kader. Am Saisonende trennte sich Polgar von seinem Vorschoter und nimmt nun die Olympia 2012 mit Markus Koy ins Visier.
Helge Schwarzer (Leichtathletik)
"Ein Traum, zehn Hürden, ein Ziel", überschreibt HSV-Hürdensprinter Helge Schwarzer seinen Internet-Blog. 2009 lebte er seinen Traum: In 13,39 Sekunden gelang ihm über 110 Meter der internationale Durchbruch und die Qualifikation für die Leichtathletik-WM. In Berlin schaffte es der 24-Jährige mit einem couragierten Lauf ins Halbfinale - und bewies als Tagebuchautor und Videofilmer fürs Abendblatt auch sein Unterhaltungstalent.
Lars Wichert (Rudern)
"Feiern, essen und ein bisschen Spaß haben" wollte Lars Wichert nach seinem Auftritt bei der Ruder-WM in Polen. Verdient hatte sich das der 23-Jährige vom RC Allemannia allemal. In einem spannenden Rennen hatte der gebürtige Berliner mit dem deutschen Leichtgewichts-Doppelvierer Silber errudert und damit für das beste Ergebnis eines männlichen Ruderers aus Hamburg im Jahr 2009 gesorgt. Schneller war nur der zehnmalige Weltmeister Italien.
 

Die zehn nominierten Mannschaften

Die Handballerinnen des Buxtehuder SV
Die Handball-Frauen des Buxtehuder SV gehören zu den dienstältesten Bundesligateams, spielen seit 20 Jahren in der höchsten Klasse. In dieser Saison tanzen die Damen auf drei Hochzeiten, sind aktuell Vierter in der Bundesliga und stehen im Achtelfinale im Pokalwettbewerb sowie im Europacup. Trainer ist Dirk Leun (45), der den BSV in der Saison 2008/09 auf Anhieb auf Platz drei führte. Der Handball-Lehrer setzt auf die Jugend, will den BSV in die nationale Spitze führen.
Die Hockeydamen des Clubs an der Alster
Die von Jens George trainierten Hockeydamen des Clubs an der Alster gewannen im Jahr 2009 alles, was es unter dem Hallendach zu gewinnen gab. Ende Januar verteidigten sie ihren deutschen Meistertitel erfolgreich, einen Monat später triumphierten sie in Madrid auch im Europapokal der Landesmeister. Eine Enttäuschung gab es zum Ausklang der Feldsaison: Im Endspiel unterlag man Lokalrivalen UHC mit 0:1.
Die Fußballer des FC St. Pauli
Kein Profiteam schoss in der ersten Saisonhälfte der laufenden Spielzeit mehr Tore als der FC St. Pauli, der sich nun berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die Erste Bundesliga machen kann. Keine Frage, "Braun-Weiß" sind derzeit die Trendfarben in der Hansestadt, regelmäßig strömen rund 20 000 Fans ans Millerntor. Auch die Saison 2008/09 hatte das Team von Trainer Holger Stanislawski bereits mit einem achten Platz in der Zweiten Liga positiv abgeschlossen.
Das Hamburger Judo Team
Systematische Nachwuchsförderung brachte dem Hamburger Judo Team den Erfolg. 2009 kämpfte sich der Bundesligakader um Trainer Slavko Tekic erstmals in die Endrunde der besten vier deutschen Mannschaften und errang den Vize-Meistertitel. Seit 2003 bildet der Hamburger Judo-Verband konsequent eigene Kämpfer aus. Vier Athleten stiegen als Stammkräfte aus der eigenen Jugend in den Profikader auf. Unter ihnen Robin Wendt (20) und Max Münsterberg (17), beide deutsche Meister ihrer Altersklasse.
Die Fußballer des Hamburger SV
Emotionaler als zum Saisonausklang 2008/09 hätte es für den HSV nicht kommen können. Vier Spiele gegen den Nordrivalen Werder Bremen. Dass dabei zwei Finaleinzüge verpasst wurden, war bitter, doch immerhin schaffte das Team von Trainer Martin Jol noch den umjubelten Einzug in die Europa League. Auch unter Jol-Nachfolger Bruno Labbadia hielt der positive Trend der letzten Jahre an. Aktuell rangiert der HSV vier Punkte hinter der Spitze auf Platz vier und steht in der Europa League unter den letzten 32 Teams.
Die Handballer des HSV Hamburg
Dass das Jahr 2009 für die Handballer des HSV Hamburg eher als ein Jahr der verpassten Chancen in Erinnerung bleibt, hat mit ihren hohen Ansprüchen zu tun. Objektiv betrachtet sind der zweite Platz in der deutschen Meisterschaft und der erneute Einzug ins Halbfinale der Champions League durchaus Erfolge. Inzwischen liegt der Besucherschnitt bei Heimspielen in der Bundesliga jenseits der 10 000, und auch sportlich ist das Starensemble als Tabellenführer auf dem Weg zur Nummer eins.
Die Seglerinnen vom Match Race Team Hamburg
Die erst 25 Jahre alte Steuerfrau Silke Hahlbrock ist in der Segel-Disziplin Match Race in Deutschland das Maß aller Dinge. Mit ihrem Hamburg Team, zu dem auch ihre Schwester Maren Hahlbrock (27), Kerstin Schult (25), Marion Rommel (25), Christiane Dittmers (26) und Elena Stoffers (22) gehören, etablierte sie sich fest auf dem ersten deutschen Ranglistenplatz. 2009 gewann das Team um die BWL-Studentin die Europameisterschaft im dänischen Middelfart. Damit ist der Weg zu Olympia vorgezeichnet.
Alexander Schlonski/Frithjof Kleen (Segeln)
Die beiden Starboot-Segler Alexander Schlonski (29) und Frithjof Kleen (27) vom NRV blicken auf eine turbulente Saison 2009 zurück. Der Saisontiefpunkt bei der EM vor Kiel-Schilksee mit dem 28. Platz war schnell vergessen, als der Rostocker Steuermann und sein Berliner Vorschoter sich mit dem vierten Rang bei der Weltmeisterschaft im schwedischen Varberg in der Weltspitze zurückmeldeten. Das Duo profilierte sich zudem mit Platz eins der deutschen Star-Rangliste und Rang fünf im Star-Gesamtweltcup.
Die Hockeydamen des Uhlenhorster HC
Die Passanten schauten etwas verwundert drein, als eine Horde junger, in hellblaue Trikots und weinrote Röcke gekleideter Frauen den Düsseldorfer Hauptbahnhof stürmte und lautstark danach fragte, wer denn der Club an der Alster sei. Die Hockeydamen des Uhlenhorster HC hatten kurz zuvor den Erzrivalen im Endspiel um die deutsche Feldmeisterschaft mit 1:0 bezwungen und damit als erstes Team nach dem Klipper THC (2002) den Titel wieder in die Hansestadt geholt. Der erste und bis dato einzige Triumph des UHC lag sogar 46 Jahre zurück.
Die Hockey-Herren des Uhlenhorster HC
Am Ende sanken sie enttäuscht zu Boden, und dennoch lieferten die Hockeyherren des Uhlenhorster HC erneut ein tolles Jahr ab. In der Feld-Meisterschaft riss erst Rot-Weiss Köln durch einen Treffer in der Verlängerung des Finales das Team von Trainer Martin Schultze aus allen Träumen. In der Euro Hockey League wurde ebenfalls im Endspiel die Aufholjagd nicht belohnt. Aktuell steht der UHC in der Champions League des Hockeys erneut im Achtelfinale und in der Feld-Bundesliga auf Rang zwei.